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Gymnasium Poing: Landräte und Bürgermeister treffen sich – Landrat Niedergesäß bringt auch FOS/BOS ins Spiel

29.04.2016 - Gibt es in Zukunft auf Antrag der Gemeinde Poing ein 5. Gymnasium im Landkreis Ebersberg oder eine Kooperation mit dem Landkreis München? Diese und weitere Fragen wurden 2015 genau unter die Lupe genommen.

Der Landkreis Ebersberg hatte dazu ein Schülergutachten beauftragt, das im Sommer 2015 vorgestellt wurde. Im Kern sagt es aus, dass der Landkreis im Jahr 2033 unter Berücksichtigung aller aktuellen Wachstumsprognosen etwa genauso viele Gymnasiasten haben soll, wie heute. Das heißt, die vier bestehenden Gymnasien würden ausreichen. Ein in der Simulation berechnetes Gymnasium Poing hätte dann zwar gut 1.100 Schüler, was aber insbesondere Konsequenzen für das Gymnasium in Markt Schwaben haben würde. Dieses hätte dann nur noch 900 statt bisher 1.200 Schüler und könnte nach eigenen Angaben aktuell sogar noch über 200 Schüler zusätzlich aufnehmen.

Da der Landkreis München 2015 auch ein Schülergutachten vom selben Gutachter erstellen ließ und dort ein weiteres Gymnasium in Feldkirchen in der Diskussion stand, haben die Ebersberger Kreisgremien im Oktober 2015 einstimmig beschlossen, nach Fertigstellung des Münchner Gutachtens gemeinsame Gespräche auch bzgl. einer Kooperation zu führen. Dieses Gespräch hat nun Mitte April im Beisein der beiden Landräte Christoph Göbel und Robert Niedergesäß sowie der Bürgermeister Albert Hingerl und Max Böltl (Kirchheim, Vorsitzender des Schulzweckverbandes) zusammen mit dem Gutachter im Landratsamt Ebersberg stattgefunden. Im Ergebnis konnte festgehalten werden, dass der Landkreis München, voraussichtlich in Feldkirchen, auf jeden Fall und unabhängig von Ebersberg ein eigenes Gymnasium bauen werde, da die Schülerprognosen dies dort einfordern. Die geplante Schule hätte bis zu 1.600 Schüler und wäre auf Ebersberger Schüler auch gar nicht angewiesen. Im Gegenteil, sagt dazu Landrat Göbel: „Wir sind sogar froh, wenn gar kein Schüler aus Ebersberg kommt.“ Damit ist eine Kooperation vom Tisch, es besteht aber auch Klarheit und Einvernehmen, dass ein Gymnasium Feldkirchen nicht der „Totengräber“ für die Poinger Pläne wäre, dies hatten insbesondere Vertreter der Poinger Bürgerinitiative befürchtet. Im nächsten Schritt möchte Landrat Niedergesäß mit Bürgermeister Hingerl ein offizielles Gespräch mit dem Kultusministerium führen, das bereits für Mitte Mai terminiert ist. Darin soll geklärt werden, wie die Verantwortlichen im Ministerium die Pläne in Poing einschätzen, ob eine Schule in Poing genehmigungsfähig wäre und welche Perspektiven es geben könnte. Niedergesäß: „Wir bleiben im Dialog und prüfen alle Optionen sorgfältig und ergebnisoffen.“

Ergänzend hat Landrat Niedergesäß den Gedanken einer FOS/BOS im Landkreis-Norden ins Spiel gebracht und eine erste Vorstudie dazu beauftragt. „Diesen Schultyp haben wir im Landkreis noch gar nicht, er wäre sicher eine Bereicherung und gute Ergänzung für uns.“ Die Erdinger FOS/BOS, an der der Landkreis Ebersberg mit 30 % beteiligt ist, wurde für 750 Schüler gebaut und ist derzeit mit fast 1.000 Schüler überbelegt. Der Gutachter kommt zu dem Ergebnis, dass eine eigenständige FOS/BOS im Landkreis Ebersberg auch wegen der bereits genehmigten Oberschule in Haar zwar nicht aussichtsreich wäre, allerdings wäre eine Außenstelle - ein „Satellit“ - von Erding im Norden des Landkreises Ebersberg mit einem eigenen Ausbildungszweig sinnvoll und darstellbar. Ein vergleichbar erfolgreiches Kooperationsmodell gibt es bereits in den Landkreisen Mühldorf und Altötting. Baulich könnte dieser Satellit vielleicht durch eine Erweiterung der Dominik-Brunner-Realschule realisiert werden, entsprechende Aufstockungs- und Erweiterungspläne wurden bereits im Rahmen der ursprünglichen Planungen erstellt. Niedergesäß hat diese Idee bereits in einem ersten Telefongespräch seinem Erdinger Kollegen Martin Bayerstorfer vorgestellt, der darauf sehr aufgeschlossen reagiert hat. Niedergesäß: „Wir könnten unsere Kooperation mit Erding vertiefen und für unsere Landkreisschüler mit mittlerem Bildungsabschluss ein sehr attraktives Anschluss- und Ergänzungsangebot mit dem Ziel der fachgebundenen oder allgemeinen Hochschulreife schaffen. Insofern sehe ich diese Gedanken im Übrigen nicht als Alternative bzw. Konkurrenz zum Thema Gymnasium, wir sollten schlichtweg alle Optionen prüfen, um das Bildungsangebot im Landkreis Ebersberg weiter zu optimieren.“

Hierzu stellt Poings Erster Bürgermeister Albert Hingerl fest: „Poing mit seinem weiteren Zuwachs von ca. 5000 Einwohnern benötigt dringend ein Gymnasium vor Ort. Deshalb sollten auch alternative Schulformen wie beispielsweise ein spezialisiertes Gymnasium mit einem besonderen Bildungszweig in die Überlegungen einbezogen werden. Die Schaffung einer möglichen Außenstelle der FOS/BOS-Erding würde ich begrüßen. Ich sehe diese beiden Schularten nicht in Konkurrenz. Zudem bedanke ich mich beim Landrat für die kooperative Zusammenarbeit auf dem bisherigen Weg.“


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