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Offener Brief des Landrates an die Vereinsvorsitzenden der SG Poing und des TSV Poing sowie an den sportlichen Leiter der SG Poing

27.10.2016 - Offener Brief des Landrates an die Vereinsvorsitzenden der SG Poing und des TSV Poing sowie an den sportlichen Leiter der SG Poing

Sehr geehrter Herr Frank,
sehr geehrter Herr Rieger,
sehr geehrter Herr Kilders,

Sie haben sich dem heutigen Bericht der Ebersberger Zeitung zu schließen, mit einem langen Beschwerdebrief über das Landratsamt und dessen Vorgehensweise seit dem Auszug der Asylbewerber aus der Sporthalle an der Dominik-Brunner-Realschule in Poing an die Ebersber-ger Zeitung gewandt. Die Zeitung hat den Inhalt Ihres Schreibens dann in der Artikelüberschrift „Warum dauert das so lange?" subsumiert. Das Schreiben selbst liegt dem Landratsamt nicht vor.

Gerne hätten wir Ihre Fragen dazu direkt beantwortet. Ihren Unmut und Ihre Unzufriedenheit darüber, dass Sie die Halle für so lange Zeit nicht für Ihr Sportangebot nutzen können, können wir sehr gut nachvollziehen bzw. sogar teilen. Zumal ich die wertvolle Arbeit der Sportvereine besonders auch im Hinblick auf die Jugendarbeit sehr wohl zu würdigen und zu schätzen weiß. Der Landkreis stellt nicht zuletzt deshalb seine über 20 Turnhalleneinheiten den Sportvereinen des Landkreises kostenlos zur Verfügung. Die Belegung liegt in Ihrem Fall in den Händen der Gemeinde Poing, die einen Anteil (1/3) an der Halle besitzt.

Dass wir die Landkreis-Sporthallen zur Unterbringung von Asylbewerbern nutzen mussten, war eine Notmaßnahme angesichts der Flüchtlingswelle, die uns im vergangenen Jahr alle in dieser Form überrascht und überrollt hat. Andere Unterkünfte standen schlichtweg nicht zur Verfü-gung, wir waren rechtlich gezwungen, in der Spitze über 60 Menschen pro Woche aufzuneh-men. Insgesamt mussten sechs Turnhallen des Landkreises für diesen Zweck genutzt werden. Sie standen zum Teil für über ein Jahr zum Großteil ohne Unterbrechung nicht für die Schulen und Vereine zur Verfügung. Das habe ich als untragbaren Zustand empfunden und wiederholt der Staatsregierung und auch der Bundesregierung deutlich gemacht. Unter anderem auch die-sem Druck aus den Kommunen ist es zu verdanken, dass die meisten Sporthallen nun wieder bestimmungsgemäß genutzt werden können.

Zwischen dem Auszug der Asylbewerber und der Fertigstellung bzw. Wiederbezugsfähigkeit lagen im Landkreis Ebersberg je nach Reparatur- oder Sanierungsbedarf etwa drei bis vier Mo-nate. Die Dreifachhalle in Vaterstetten, die zwischen Oktober und März im Rahmen des Notfall-plans der Staatsregierung zur Unterbringung von 200 Flüchtlingen genutzt wurde, konnte sogar über die Osterferien innerhalb von zwei Wochen wieder betriebsfähig gemacht werden. Wie groß die Schäden an den Hallen waren, ließ sich jeweils erst nach dem Auszug der Asylbewer-ber und der Räumung von Betten, Spinden etc. und nach der Entfernung des Schutzbelages auf den Hallenböden feststellen.

Insofern geht der im Kommentar von Herrn Rösl gemachte Vorwurf ins Leere, ich hätte voll-mundig die Leerung der Hallen angekündigt. Zum einen sind die anderen Hallen fast vollständig wieder am Netz. Zum anderen stimmt es in der Tat, dass ich das immer gefordert habe, aber eben auch immer mit dem Zusatz, dass wir erst nach dem Auszug die Schäden und damit die Dauer der Sanierung beurteilen und abschätzen können.

Das war also auch bei der Sporthalle in Poing so. Als Ende August die letzten Asylbewerber ausgezogen waren, zeigte sich sehr schnell, dass das Ausmaß der Schäden hier deutlich grö-ßer ist als in den anderen Hallen. Die erste Stellungnahme eines beigezogenen Gutachters hat das bestätigt. Die gutachterliche Tätigkeit, die Begehungen und Untersuchungen vor Ort, sind keine „sichtbaren" Arbeiten. Das bedeutet aber nicht, dass der Vorwurf, das Landratsamt sei untätig, in irgendeiner Weise gerechtfertigt wäre. Im Gegenteil, alle Beteiligten arbeiten mit Hochdruck an den Planungen für die Sanierungsmaßnahmen, die durch die sukzessive zu Ta-ge tretende Schadensmenge und –intensität erschwert werden. Betreiber der Sporthalle, die im Rahmen eines PPP-Projektes errichtet worden ist, ist übrigens die Firma VINCI Facilities SKE GmbH, mit der wir sämtliche Maßnahmen in der Halle, d.h. auch die komplette Sanierung im Detail abstimmen müssen bzw. die von dort umgesetzt werden. Nach derzeitigem Stand wer-den sich die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen vermutlich bis Mitte 2017 hinziehen. Das ist auch für mich unfassbar und nicht akzeptabel, vermutlich aber kaum zu beschleunigen, was wir aber noch genau überprüfen werden.

Sollten Sie sich im bisherigen Prozess aus Ihrer Sicht unzureichend informiert gefühlt haben, so bedaure ich dies sehr und biete an, dass wir uns über eine Optimierung des Austauschs bzw. des Informationsflusses austauschen sollten.

Um den besonderen Härtefall, der dadurch für die Vereine in Poing entstanden ist, etwas aus-zugleichen, möchte ich anbieten, dass der Landkreis zumindest teilweise die Kosten über-nimmt, die Ihnen für die Nutzung von Ausweichhallen entstehen.

Abschließend möchte ich doch gerne noch einmal darauf hinweisen, dass der Landkreis mit seinen über 20 Turnhalleneinheiten auch der größte Einzelanbieter an Sporthallen im Landkreis ist und dies zum Nulltarif für unsere Sportvereine. Ohne die Realschule des Landkreises in Poing gäbe es diese Sporthalle also gar nicht. Dies löst zwar nicht Ihr aktuelles Problem, das auch uns unter den Nägeln brennt. Aber es soll doch bei aller nachvollziehbaren Verärgerung relativieren und deutlich machen, dass der Landkreis sehr viel für den Breitensport leistet!

In der Hoffnung, Ihnen auch unsere Perspektive nachvollziehbar erläutert zu haben und mit der angebotenen Unterstützung die Situation etwas zu erleichtern bzw. den Dialog zu intensivieren, verbleibe ich

mit den besten Grüßen

Ihr
Robert Niedergesäß
Landrat



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