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Eine Familie auf Zeit

11.01.2013 - „Auch wenn es für die Meisten von uns nur schwer vorstellbar ist, gibt es in unserem Landkreis immer wieder Kinder, die für kurz oder lang ein neues Zuhause brauchen“, berichten Carola Schreiner und Alice Szabo-Zitzmann vom Pflegekinderdienst des Kreisjugendamtes Ebersberg. Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich, sei es dass Eltern schwer erkranken, sich in einer Lebenskrise befinden oder

„Auch wenn es für die Meisten von uns nur schwer vorstellbar ist, gibt es in unserem Landkreis immer wieder Kinder, die für kurz oder lang ein neues Zuhause brauchen“, berichten Carola Schreiner und Alice Szabo-Zitzmann vom Pflegekinderdienst des Kreisjugendamtes Ebersberg. Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich, sei es dass Eltern schwer erkranken, sich in einer Lebenskrise befinden oder grundsätzlich mit ihrem Leben und der Erziehung ihrer Kinder überfordert sind. Das Jugendamt Ebersberg sucht Pflegeeltern, die betroffene Kinder bei sich aufnehmen.
„Nehmen wir zum Beispiel das Schicksal der kleinen Vanessa (alle Namen wurden geändert). Ihre noch sehr jugendliche Mutter unternahm mehrere Versuche für sich und ihr Kind ein stabiles Leben aufzubauen. Drogentherapien, Mutter-Kind-Heime, wohnen bei den Großeltern oder Freunden all das waren Stationen in Vanessas jungem Leben. Schließlich musste sich die Mutter doch eingestehen, dass sie die Verantwortung für Vanessa nicht tragen kann und stimmte schweren Herzens dem Vorschlag des Jugendamtes zu, ihr Kind in eine Pflegefamilie zu geben“, skizzieren Schreiner und Szabo-Zitzmann ein Kinderschicksal mit positivem Ausgang. Sie konnten für das Mädchen eine liebevolle Pflegefamilie finden. Betrachtet die Pflegemutter ihre jetzt neunjährige Pflegetochter, denkt sie oft zurück an die vielen Fahrten zur Ergotherapie, Logopädie, zur Frühförderung, an die Gespräche im Kindergarten und Jugendamt, an das bange Warten, ob Vanessas Mutter zu Besuch kommt, an die Verwirrung des Mädchens, wenn sie ihre Mutter gesehen hatte und an die Enttäuschung, wenn die Mutter ihren Besuch absagte. Sie und ihr Mann haben sich den Familienzuwachs sehr gewünscht und sich über die kleine Tochter gefreut. „Im Alltag waren die erfahrenen Eltern überrascht, welch große Herausforderung und spannende Aufgabe es darstellt, einem Kind mit diesen Erfahrungen Stabilität, Sicherheit und Geborgenheit zu bieten“, so die beiden Sozialpädagoginnen.
Ein anderes Beispiel ist die alleinstehende Mutter eines fast erwachsenen Sohnes. Vor drei Jahren hat sie sich entschieden dem Jugendamt als Bereitschaftspflegemutter zur Verfügung zu stehen. Ihr Sohn erzählt, es käme schon mal vor, dass er abends nach Hause komme und ein fremdes Kind mit am Tisch säße. Daran habe er sich gewöhnt. Er unterstütze die Arbeit seiner Mutter, Kindern in Notsituationen ganz kurzfristig einen sicheren Hafen zu bieten. Die Kinder sind verschiedensten Alters und der Sohn kann manchmal gar nicht glauben, aus welch schwierigen Verhältnissen sie kommen. Er kann seine behütete Kindheit mittlerweile vielmehr schätzen und versteht, dass sich das Jugendamt um die Zukunft solcher Kinder kümmern muss. Einmal im Monat trifft sich seine Mutter mit den anderen Bereitschaftspflegeeltern unter der Anleitung eines Therapeuten im Jugendamt. Dabei wird die herausfordernde Arbeit reflektiert und besprochen.
Familien in den unterschiedlichsten Konstellationen stehen für die Bereitschaftspflege zur Verfügung, Ehepaare, deren Kinder bereits ausgezogen sind, Familien mit zwei großen Kindern oder ein Ehepaar ohne Kinder. „Pflegeltern müssen keine „Supereltern“ sein“, so Schreiner und Szabo-Zitzmann. „Sie müssen lediglich die Bereitschaft mitbringen Liebe zu verschenken gepaart mit viel Geduld, Gelassenheit, Belastbarkeit, der Fähigkeit zur Selbstreflexion sowie der Bereitschaft zur Kooperation mit dem Jugendamt und den Eltern des Kindes“, meinen die beiden Sozialpädagoginnen.
„Sollten Sie einen Platz in Ihrer Familie und Ihrem Herzen frei haben und zudem bereit sein einem Kind vorübergehend oder auch längerfristig ein neues Zuhause zu bieten, können Sie sich gerne an des Ebersberger Kreisjugendamt wenden“, so die Mitarbeiterinnen des Pflegekinderteams. Wer sich angesprochen fühlt, kann unter der Telefonnummer (08092) 823 203 dort einen Gesprächstermin vereinbaren.


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