Eschentriebsterben
Informationen zum Eschentriebsterben im Landkreis Ebersberg

Seit Mai/ Juni 2011 kann ein auffälliges Triebsterben besonders an älteren Eschen im Landkreis Ebersberg beobachtet werden.

Vorkommen und Verbreitung
Die ersten Symptome des Eschentriebsterbens wurden bereits Mitte der 90er Jahre aus Polen und den baltischen Staaten gemeldet. 2002 wurde das Eschentriebsterben dann auch in der Bundesrepublik Deutschland erstmalig nachgewiesen. Seitdem breitet sich diese Krankheit rasant auch in Bayern aus.

Schaderreger
Als Ursache für das Eschentriebsterben wurde 2006 in Polen ein neuer Gefäßpilz
Chalara fraxinea an erkrankten Eschen entdeckt. 2007 wurde dieser Pilz auch erstmalig an erkrankten Eschen in Deutschland nachgewiesen. Seitdem wird dieser Pilz auch an allen erkrankten Eschen in Mittel- und Nordeuropa festgestellt.
Chalara fraxinea ist entfernt mit den Erregern der Ulmenwelke und des Platanenkrebses verwandt.

Krankheitssymptome
Eschen aller Altersstufen und an allen unterschiedlichen Standorten werden befallen (Wald, Hausgarten, Straßenbegleitgrün, freie Landschaft, Baumschulen etc.).

Im Sommer (ab Mitte Juni) kommt es bei Jungbäumen zu einer plötzlich auftretenden Welke des Leittriebs bzw. einer auffälligen Kronenverlichtung und vorzeitigem Blattfall an Altbäumen.

Triebschäden an Jung- und Altbäumen sind gut erkennbar mit einer auffällig kupferrötlich bis ockergelblichen Verfärbung der Rinde – ohne Schleimfluss.

Nach dem Zurücksterben des Leittriebs an Jungpflanzen bzw. der jungen Triebe an Altbäumen kommt es zu einem vermehrten Neuaustrieb, welcher zu einer Verbuschung bzw. veränderten Verzweigungsstruktur der Baumkronen führt.

Im fortgeschrittenen Stadium sterben ganze Kronenteile bzw. Bäume ab.

Der Krankheitsverlauf ist bei Jungbäumen schneller als bei Altbäumen.

Geschwächte Bäume werden auch von Folgepilzen über das abgestorbene Rindengewebe befallen. Als Folge treten dann Rindenrisse bzw. eingesenkte Rindenpartien auf.

Bisher ist das Eschentriebsterben an Fraxinus excelsior und F. angustifolia, sowie Sorten wie „Westhof“s Glorie“, „Raywood“ und „Pendula“ bekannt. Nach Rücksprache mit der bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft gibt es derzeit keine resistenten Sorten, die zur Pflanzung empfohlen werden könnten.

Verbreitung und Aussichten für die Zukunft
Im Landkreis Ebersberg kann das Eschentriebsterben besonders an Altbäumen mit einer deutlichen Kronenverlichtung bzw. Absterben der Jungtriebe gut erkannt werden.
Die Infektionswege und die schnelle Verbreitung der Krankheit sind noch nicht genügend erforscht bzw. bekannt. Es wird empfohlen, keine Neukulturen in der Nähe von befallenen Eschenbeständen zu pflanzen. Auch sollten Eschen derzeit nicht zur Verwendung im Straßenbegleitgrün empfohlen werden und nur dort gepflanzt werden, wo sie optimal ihren natürlichen Standortbedingungen entsprechen. Vermutlich spielen auch die veränderten klimatischen Bedingungen für die schnelle Verbreitung des Pilzes eine Rolle.
 
 

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