Sie befinden sich hier: Startseite > Landkreis > Wasserrecht, Immissionsschutz
Fäkal- und Klärschlamm


Klärschlamm aus Kläranlagen > 1.000 Einwohnerwerten (EW)


KläranlageIm Landkreis Ebersberg befinden sich derzeit  neun kommunale Kläranlagen und eine Ortskläranlage mit einer Ausbaugröße von über 1.000 EW. Der dort anfallende Klärschlamm wird auf verschiedene Art und Weise verwertet. Zum Teil wird er durch Landwirte auf geeigneten Flächen aufgebracht und eingearbeitet. Dies ist durchaus sinnvoll, da Klärschlamm eine Vielzahl von bodenverbessernden Nährstoffen beinhaltet. Voraussetzung für die landwirtschaftliche Verwertung ist allerdings die Eignung von Boden und Klärschlamm. Diese müssen untersucht werden und u.a. diverse Grenzwerte für Schwermetalle (Blei, Quecksilber, Kupfer, Zink, Cadmium, Chrom) einhalten, Schlamm zudem für Dioxine, Furane, polychlorierte Biphenyle etc. und bis auf weiteres auch für perfluorierte Tenside. Für bestimmte sensible Gebiete besteht darüber hinaus ein Ausbringungsverbot.

 

Kläranlagenbetreiber, die ihren Schlamm zur landwirtschaftlichen Aufbringung abgeben wollen, haben dies in einem Online-Programm, dem „Bayer. Klärschlammnetz“, gegenüber den Landwirtschaftsämtern und den Kreisverwaltungsbehörden anzuzeigen. Diese Überprüfen die Einhaltung der düngemittelrechtlichen Vorschriften und die der Klärschlammverordnung.

Landwirtschaftliche Ausbringung von Klärschlamm 

Dabei ist in den letzten 20 Jahren ein stetiger Rückgang der Belastungen zu beobachten. Seit 01.01.2015 sind nicht mehr nur die Schadstoff-Grenzwerte nach der Klärschlammverordnung einzuhalten, sondern auch die der Düngemittelverordnung, welche für Blei, Cadmium, Nickel und Quecksilber wesentlich geringere Werte ansetzt und zustätzlich zu untersuchende Parameter für Arsen und Thallium vorsieht. Um auch weiterhin eine Entsorgungssicherheit gewährleisten zu können, entschloss sich ein Großteil der Kläranlagenbetreiber, ihren Schlamm nicht mehr an Landwirte zur Aufbringung auf Ackerflächen abzugeben, sondern einen anderen Entsorgungsweg einzuschlagen, nämlich den der thermischen Behandlung in Kohlekraftwerken, der Kompostierung oder der Nutzung zu Rekultivierungsmaßnahmen.

 

Die Regierung plant seit vielen Jahren den Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Verwertung. Dies hat zur Folge, dass der Schlamm großteils der Verbrennung zugeführt werden muss, damit aber auch der im Klärschlamm enthaltene wertvolle Phosphor mit vernichtet wird. Die neugefasste Klärschlammverordnung verpflichtet daher alle Betreiber von Kläranlagen mit einer Ausbaugröße von mehr als 50.000 EW zur Phosphorrückgewinnung. Damit geeignete Rückgewinnungsverfahren dazu entwickelt werden können, gelten für die Umsetzung Übergangsfristen von bis zu 15 Jahren.

Das unten angefügte Diagramm vermittelt eine Vorstellung, welche Mengen an Klärschlamm in den letzten Jahren angefallen sind und wie diese verwertet wurden.

 

KleinkläranlageFäkalschlamm aus Kleinkläranlagen 

 

Der in einer Kleinkläranlage (vollbiologische oder Mehrkammerausfaulgrube) anfallende Fäkalschlamm ist gemäß Eigenüberwachungsverordnung im Rahmen der Wartung bei Bedarf von einer Fachfirma abpumpen zu lassen und bei einer kommunalen Kläranlage, die eine Fäkalschlammannahmestelle betreibt, zu entsorgen.


Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, den in einer Kleinkläranlage anfallenden Fäkalschlamm auf landwirtschaftlich genutzten Ackerflächen einzuarbeiten. Dafür müssen aber einige Voraussetzungen aufgrund der Klärschlammverordnung eingehalten werden, so u. a. auch eine Untersuchung des Fäkalschlamms und Einhaltung festgesetzer Grenzwerte für bestimmte Schadstoffe und Halogene (AOX). Genaueres dazu ersehen Sie aus dem Hinweisblatt. Aufgrund der anfallenden Kosten für erforderliche Fäkalschlamm- und Bodenuntersuchungen ist diese Art der Verwertung im Prinzip nur für landwirtschaftliche Betriebe von Bedeutung.
Das Landratsamt Ebersberg rät aber grundsätzlich von dieser Art der Entsorgung aufgrund der vorhandenen Belastung mit diversen Schadstoffen (Arzneimittelrückstände, Hormone etc.), deren Wirkung auf Umwelt und Gesundheit und bei den oftmals enhaltenen Krankheitserregern menschlicher und tierischer Herkunft, allerdings ab.  

 

 
 

Formulare

  • Bestätigung
    über das Vorliegen der Voraussetzungen nach § 6 Abs. 1 AbfKlärV

Weitere Informationen

AnsprechpartnerTelefonTelefaxZimmer Nr.e-mail
Stefanie Meingaßner
Sachbearbeiterin
08092 823 18608092 823 9505U.19E-Mail-Adresse des Ansprechpartners

Anschrift

Wasserrecht, Staatliches Abfallrecht, Immissionsschutz Landratsamt Ebersberg
Eichthalstraße 5
85560 Ebersberg
Telefon: +49 8092 823 0
Fax: +49 8092 823 402
E-Mail: poststelle@lra-ebe.de

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag
08.00 -12.00 Uhr
Donnerstag
14.00 -18.00 Uhr

Wir bitten Sie, persönliche Vorsprachen mit uns vorher telefonisch zu vereinbaren.



  • Beschwerdemanagement
    kostenfreie Beschwerde-Nummer:
    0800 5728 556
    Beschwerde-Formular
  • Energiewende Ebersberg
    Energiewende 2030
  • Landkreiskarte
    Landkreiskarte Vianovis
  • RAL-Gütezeichen
    RAL-Gütezeichen